Ubuntu: positiver erster Eindruck

Nein, ich hasse nicht meine Macs. Es gibt auch keinen Grund, sich von den Macs zu verabschieden. Mac OS X ist und bleibt ein sehr angenehmes, sauber durchdachtes und benutzerfreundliches Betriebssystem. Es bietet mir genau die richtige Ausahl an Applikationen, z.B. zum Bearbeiten von Fotos (Lightroom), zum Abgleich mit meinen mobilen Geräten (iTunes für iPod und iPhone) sowie zur Softwareentwicklung (NetBeans, Eclipse).

Es gibt wenig Dinge, die mich an Mac OS X stören. Da wäre zum einen die relativ schwache Java Unterstützung. Die Java Versionen unter Mac OS X sind meist erst einige Monate nach dem offiziellen Sun Release verfügbar. Derzeit existiert Java 6 nur für Intel 64-Bit Platformen. Mein altes PowerBook wird wohl niemals die offizielle Version 6 bekommen. Statt dessen gibt es zwar die Möglichkeit, Soylatte bzw. mittlerweile auch OpenJDK zu installieren, das auch für PowerPC Platformen erhältlich ist, aber damit wird GUI/Swing Entwicklung einfach keinen Spaß machen. Apple unterstützt konsequent nur die neueren Platformen. Das macht auch Sinn: Auf diese Weise kann sich die Entwicklung voll auf die Leistungsfähigkeit dieser Platformen konzentrieren und muss keine Altlasten berücksichtigen. Des weiteren ist die Integration in das Betriebssystem, mit Mac OS X spezifischen Erweiterungen wohl einer der Gründe, weshalb Java auf dem Mac oft erst mit einiger Verzögerung erscheint.

Ein weiteres Problem ist die Beschränkung auf Apple Hardware. Zwar gibt es daran prinzipiell nichts auszusetzen, schließlich ist nicht nur das Betriebssystem sehr durchdacht, sondern auch die Hardware, und zusätzlich sind Betriebssystme und Hardware perfekt aufeinander abgestimmt, dennoch bietet Apple nicht immer das, was man auch tatsächlich braucht. So liegt es z.B. nache, ein ultraportables Netbook zu verwenden, um auf Reisen weniger Gewicht mit sich herumzuschleppen.

Einige Gründe sprechen also dafür, sich außerhalb von Mac OS X nach Alternativen umzusehen. Windows nutze ich beruflich und bin nicht wirklich zufrieden. Daher experimentiere ich seit kurzem mit Ubuntu Linux. Derzeit noch in einer Virtuellen Maschine (Virtual Box) sowohl unter Mac OS X als auch unter Windows.

Ubuntu ist, gemeinsam mit dem Gnome Desktop ein gut durchdachtes und benutzerfreundliches System. Es sieht recht elegant aus, und lässt sich einfach installieren. Der Paketmanager hält viele zusätzliche Programme bereit. Der Umstieg von Mac OS X auf Ubuntu ist aber nicht ganz so reibungslos wie ich es erwartet hatte. So bin ich naiverweise nicht immer den einfachen Weg gegangen, und habe den Paketmanager verwendet, sondern habe mir die Software (z.B. NetBeans) direkt vom Hersteller heruntergeladen. Installation per Doppelklick war auch meist nicht so erfolgreich, die Verwendung der Kommandozeile war häufig notwendig. Neben Netbeans habe ich noch Subversion (Client) und XAMPP installiert, um ein vollständiges System zur Webentwicklung zu haben. Mich hat überrascht, wie wenig bereits vorinstalliert ist (oder ich habe es schlichtweg nicht gefunden).

Positiv überrascht hat mich allerdings, dass, obwohl ich nicht den Paketmanager verwendet habe, die Integration mit dem Betriebssystem ziemlich sauber ist. NetBeans erscheint nach der Installation (und einem Neustart) im Anwendungsmenü unter Entwicklung. Die DropBox funktioniert auch. Insgesamt bin ich also sehr zufrieden.

2 Responses to “Ubuntu: positiver erster Eindruck”

  1. marko says:

    Dass Apple kein Java 6 für PowerPC-Macs veröffentlicht, finde ich eher fragwürdig als sinnvoll. Dass aber Java 6 auch nicht für die erste Generation von MacBooks/MBPs (mit Core Duo und damit nur Intel 32 Bit) veröffentlicht wird, das finde ich noch immer eine große Frechheit von Apple.

  2. rainwebs says:

    Ubuntu ist absichtlich sehr mager. Kommt der Security sehr entgegen. Das ist sehr interessant, wenn es als Server-System im Hosting läuft.

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